Samstag, 18. MĂ€rz 2017

[Releaseparty] Die Reise des Karneolvogels 2 - Jeanette Lagall: Namensherkunft


Nun sind wir schon am letzten Tag der Releaseparty angekommen und ich hoffe es hat euch allen gefallen. 😊



Heute geht es um die Namensherkunft der Figuren in der „Reise des Karneolvogels“.



Also habe ich die liebe Jeanette Lagall einfach mal gefragt und prÀsentiere euch nun ihre Antworten:



Ich:  

Ja, liebe Jeanette, erzĂ€hl uns doch mal, wie es zu den ganzen Namen im Karneolvogel kam. Warum heißen die Figuren so wie sie heißen? 





Jeanette:  



Die Frage kommt oft, daher ist es toll, dass du sie hier mal „ganz offiziell“ stellst.  Viele fragen sich, ob die mir „einfach so einfallen“, ob die Namen willkĂŒrlich gewĂ€hlt sind, ob ich die Namen von Freunden oder aus der Familie nehme, ob ich Namenslexika durchblĂ€ttere, …


Die Antwort darauf ist ein klares „von allem etwas aber manchmal auch ganz anders“. 

 
FĂŒr mich sind die Namen der Charaktere generell sehr wichtig, wobei der Aufwand, wie ich auf diesen Namen komme, nicht zwangsweise mit der Wichtigkeit der Figur zusammenhĂ€ngt.


Aber schauen wir uns doch einfach ein paar Namen aus dem „Karneolvogel“ an.


Riccarda (Riki) Speeter (Protagonistin)


Riki brauchte vor allem einen Namen, der sich leicht in eine mĂ€nnliche Form umwandeln ließ. Da mir der Name Riki sehr gut gefĂ€llt, war dieser Name schnell gesetzt, da die mĂ€nnliche Form „Rick“ sehr unproblematisch ist. Allerdings kann eine höhere Tochter nicht nur mit einer Kurzform auskommen, sie braucht auch einen angemessenen Taufnamen. Riccarda war hier naheliegend.

Rikis Nachname Speeter musste sowohl zu Riki, als auch zu ihrem Onkel Theodore passen. Letzten Endes habe ich ihn von dem englischen Wort fĂŒr Geschwindigkeit (speed) abgeleitet, da Riki mitunter durchaus schnell und entschlossen sein kann und auf ihren cholerischen Onkel passt es allemal.



Mira Lacin (Protagonistin)


Hier war es wieder so, dass mir der Vorname einfach gut gefiel. Zwar brauchte auch Mira einen Namen, der sich gut ein einen Jungennamen umwandeln ließ. Miro gibt es und ist zudem auch eine gĂ€ngige AbkĂŒrzung von Miroslav. Zwar kein typisch englischer Name, aber da er in der Langform nur einmal auftaucht fand ich das akzeptabel.

FĂŒr Miras Nachnamen wollte ich etwas haben, was zum einen ihre im Vergleich zu Riki etwas zartere Konstitution betont (fragt mich jetzt bitte nicht warum, ich habe keine Ahnung), der Name aber auch gleichzeitig auf ihre vornehmen Eltern passen musste. Hier kamen mir die meist wirren und verschlungenen Denkwege einer Autorin zu Hilfe. Ich musste an feine, zarte Kleidung denken, mit vornehmer Spitze besetzt. Das englische Wort fĂŒr Spitze ist lace. Zack, schon hieß sie Lacin.



Ramiro Cardozo-Fernandez (Protagonist)


Dieser Bursche hat mir mit die meisten Schwierigkeiten gemacht. Wer zu Anfang der Releaseparty den Beitrag ĂŒber die Entstehung dieses Buches gelesen hat: Ramiro ist besagte Person, die es real wirklich gegeben hat. Beziehungsweise. ob es ihn in dieser Form so gegeben hat weiß ich nicht. Denn da ich den ursprĂŒnglichen Ramiro leider nie kennen lernen konnte, musste ich ihn von Grund auf neu erfinden. NatĂŒrlich hieß dieser auch nicht Ramiro, was es fĂŒr mich zu Anfang unheimlich schwer gemacht hat, einen Namen zu finden, da die Person fĂŒr mich sehr stark mit ihrem richtigen Namen verbunden war. Ich musste also etwas finden, was nicht zu stark abwich, trotzdem anders war aber dennoch irgendwie passte. HierfĂŒr habe ich wirklich ewig in den unterschiedlichsten Namensdatenbanken herumgesucht.

Ramiro ist Riki gegenĂŒber ja recht widerborstig und ungerecht. Das wollte ich in seinem Namen festhalten.“ El cardo“ ist im Spanischen die Distel. Daraus wurde Cardozo. Und da Spanier ja meist Doppelnamen haben, wollte ich einfach noch einen typisch spanischen Allerweltsnamen dazupacken. Fernandez war demzufolge fĂŒr mich der einfachste Teil seines Namens.



Alarico Sardo Incantamieri (Nebenprotagonist)


Der Magier brauchte einen klangvollen, dunklen und aufgrund seiner Herkunft italienischen Namen.

Der Einfachheit halber fange ich hier einfach mal hinten an. Das italienische Wort fĂŒr Zauber ist incanto. Damit habe ich so lange rumprobiert, bis mir der Nachname gefallen hat. Incantamieri passt gut zu einem Zauberer.

Es existiert der italienische Vorname „Saro“.  Hier bin ich irgendwie dran hĂ€ngen geblieben, aber es hat mir noch nicht so recht gefallen. Allerdings ist mir das Wort „sardonisch“ dazu eingefallen. GemĂ€ĂŸ Duden hat es die Bedeutung „boshaft, hĂ€misch und fratzenhaft verzerrt“ Na ja, das passte nicht ganz. Aber wenn man noch die Bedeutung der Synonyme „sarkastisch spöttisch“ dazunimmt, kommt es schon eher hin. Dies passt zwar nur teilweise auf die Figur, aber mir hat der dunkle Klang gefallen.

Den Vornamen Alarico hatte ich durch Zufall irgendwo aufgeschnappt und er gefiel mir auf Anhieb fĂŒr die Figur.


Dolores del Rosario Lejos (Nebenprotagonistin)


Dolores brauchte einen spanischen, temperamentvollen Namen. UrsprĂŒnglich wollte ich sie Esmeralda nennen, allerdings hat mich der Name zu stark an Esmeralda aus dem Glöckner von Notre Dame erinnert. Was ja nicht schlecht ist, aber da ich mit Freunden vor einiger Zeit den Disneyfilm geschaut hatte, hatte ich die ganze Zeit ein falsches Bild vor Augen.

Daraufhin ging die Sucherei los. Ich glaube, ich habe die arme Figur noch wĂ€hrend des Schreibens  4- oder 5-mal umgetauft, bis ich schließlich an Dolores hĂ€ngengeblieben bin.

Bei ihrem Nachnamen habe ich mir einen kleinen Scherz erlaubt. „El rosario“ ist im Spanischen der Rosenkranz, „lejos“ bedeutet so viel wie weit weg. Ein Name, der zu einer recht sinnlichen Frau und alleinerziehenden Mutter (zur damaligen Zeit! Ts, ts.) doch recht gut passt.




Urs Winterli (Nebenprotagonist)


FĂŒr Urs wollte ich einfach einen typischen schweizer Vornamen haben und einen Nachnamen, der auf –li endete. Klischees sind manchmal einfach toll!



Gregor (Nebenprotagonist)


Gregor war einer der Charaktere, der von Anfang an einfach so heißen musste. Einen Nachnamen habe ich fĂŒr ihn nie gebraucht.



Joff und Ianos Catedoi (Nebenprotagonisten)


Die Zwillinge stammen aus RumÀnien, folglich brauchte ich rumÀnische Namen.

Ianos ist die rumĂ€nische Form von Janus. In der römischen Mythologie ist Janus der Gott des Anfangs und des Endes und wird mit zwei Gesichtern dargestellt. Daher kommt auch der Januskopf, ein Kopf mit zwei Gesichtern. Das wiederum hat mir fĂŒr meine sehr unterschiedlichen Zwillinge sehr gut gefallen.

Joff kein rumĂ€nischer Name, es ist genaugenommen ĂŒberhaupt kein Name. Aber fĂŒr diesen muffeligen und maulfaulen Charakter hatte sich von Anfang an die Lautmalerische Rufform „Joff“ in meinem Kopf festgesetzt. Bei meinen Recherchen zu einem dazu passenden Namen bin ich zunĂ€chst nicht fĂŒndig geworden. Doch ĂŒber etliche Umwege und Abwandlungen bin ich schließlich ĂŒber den Namen Jovu gestolpert. Es ist die serbische Form von Hiob. Nach so langer Suche war es mir auch letztendlich egal, dass der Name nicht rumĂ€nisch war und da Serbien und RumĂ€nien aneinandergrenzen, war das fĂŒr mich ok.

„Cate doi“ bedeutet im RumĂ€nischen „durch zwei“. Sehr passend fĂŒr Zwillinge.


Jetzt wisst ihr, wie einige Namen zustande gekommen sind. Diese Arbeit mache ich mir natĂŒrlich nicht fĂŒr jeden kleinen Nebencharakter. Doch fĂŒr meine Hauptfiguren ist mir kein Aufwand zu schade! 



Ich: 


Wow, das war unheimlich informativ. Die Namen sind ĂŒbrigens richtig cool. Mein Favorit ist ja irgendwie Alarico. Der Name hat auf jeden Fall was. Vielen Dank fĂŒr die ausfĂŒhrlichen Antworten, liebe Jeanette. 😊




Ich hoffe ihr fandet es genauso toll wie ich, mal zu erfahren, wie die Namen in einem Buch zustandekommen. 😊

Ich wĂŒnsche euch noch ein wundervolles restliches Wochenende 😊💕

 
 

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